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Gedanken



Die Rückkehr vom Regenbogen

Ein kleines Kaninchen kam an der Regenbogenbrücke an und eine Gruppe
von Kaninchen kam sofort zu ihm gehoppelt, um es zu begrüßen.
Alle waren ganz freundlich und küssten es ab.

Es war dort wunderschön und jeder war ganz lieb zu ihm.

Sie erklärten ihm, dass sie hier auf ihre "Herrchen und Frauchen"
warten würden, die sie so geliebt hatten.
"Was ist Liebe?", fragte das kleine Kaninchen und Gott ließ es zurückkehren,
um das herauszufinden.

Es war warm und dunkel; es wartete zusammengequetscht mit all den anderen,
um geboren zu werden. Ängstlich wartete es, bis es endlich herauskam.
Unbehaarte Hände hielten es vorsichtig fest und trockneten es ab.
Sie zeigten ihm, wo es einen Schluck warmer Milch gab.


Es hatte nicht die Kraft dazu, sich lange an der Zitze festzuhalten. Seine Brüder
und Schwestern waren viel kräftiger als er und schubsten ihn ständig zur Seite.
Die Menschenhand schob die anderen Kaninchen ein wenig zur Seite und hielt
es so, dass es trinken konnte. "Aaaahhh .. so ist es besser!" dachte es und trank,
bis es erschöpft war und zusammengekuschelt an seiner Mutter einschlief.


"Hieran werde ich mich immer erinnern, " sagte es glücklich.
"Zu dumm, dass ich erwachsen werde und hinaus in Kälte und Nässe muss.


In dieser Nacht kroch das Kaninchen zu seiner Mutter und versuchte zu trinken,
aber es rutschte immer wieder zur Seite weg. Wenn seine Geschwister satt waren,
wurde ihnen der Bauch geleckt und es konnte nur noch die Restmilch trinken,
die die Anderen übrig gelassen hatten.


Aber die Menschenhand, die ihm vorher noch geholfen hatte, dass es auch noch
etwas abbekam, war jetzt nicht da. Die Zitzen waren ständig leer, wenn es an
die Reihe kam.

Schon sich aufzurappeln fiel ihm schwer, so klein und schmächtig wie es war.
Als es auf den Rücken fiel und sich nicht mehr aufrichten konnte, begann es zu schreien.
Sofort kam der Mensch herbeigeeilt und im Nun war auch die Menschenhand
wieder da und gab ihm einen Gumminippel in sein Mäulchen.


Es schmeckte nicht so gut wie die Milch von der Mutter, aber es war warm und
vertrieb die Schmerzen in seinem kleinen Bäuchlein.

Der Kleine hatte Probleme beim Atmen, weil seine Lungen nicht voll entwickelt
waren - es hatte einfach zu lange gebraucht, um den anderen in die Gebärmutter
zu folgen, als es seine letzte große Chance von der Regenbogenbrücke bekommen hatte. 


Das Kaninchen konnte den Herzschlag des Menschen spüren, der ihn sich,
zugedeckt mit einem warmen, weichen Tuch, auf den Bauch gelegt hatte.
Das hielt seinen dünnen, kleinen Körper schön warm und die sich
ständig wiederholenden, liebevollen Streicheleinheiten beruhigten ihn sehr. 

In diesem Moment dachte es wieder an seine neuen Freunde, die an der
Regenbogenbrücke so lieb zu ihm gewesen waren und es fragte Gott, ob er
wohl wieder dorthin zurück dürfte. Gott sagte: "Ja, aber nicht jetzt.
Du wolltest erleben, was Liebe ist."


So gaben ihm die Menschen Stunde um Stunde seine Milcheinheiten (es kam
ihm vor wie Tage, aber es wusste ja nicht was Zeit ist und außerdem war es ja
auch dunkel um ihn herum) und in ihm kam eine Erinnerung an Wärme und
Mutterliebe zurück.

Das Kaninchen wurde größer und lebhafter, und der Mensch nahm es immer
häufiger mit und ließ ihn bei sich schlafen. Während er beschmust und geküsst
wurde, konnte er dessen Herzschlag hören, der fest und lieb klang.


Dann kam eines Tages Gott und fragte ihn: "Bist du bereit zu uns auf die
Regenbogenbrücke zurück zu kommen?"
"Ja", antwortete es mit etwas Wehmut, weil sein Mensch ihn nicht gehen lassen
wollte und zu weinen begann.

Das Kaninchen tat seinen letzten Atemzug und ging zurück zur
Regenbogenbrücke. Von dort schaute es auf seinen Menschen, der immer
noch weinte und den Körper in den Händen hielt, den es für seine neue
Chance geborgt bekommen hatte.


"Danke, Gott," sagte das Kaninchen. "Liebe ist WUNDERBAR! Nun werde
auch ich an der Regenbogenbrücke auf meinen Menschen warten, um ihm
beim Wiedersehen zu sagen, wie sehr ich ihn geliebt habe."

 Ein Brief von deinem Kaninchen an dich

 

 

 
 
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